• Jule Detlefsen

Marina and the female empowerment

Gerade schließe ich meine TikTok App, die mir zum 300 mal einen 15 sekündigen Abschnitt von „Bubblegum Bitch“ von MARINA and the Diamonds in die Ohren dröhnte. Der Ohrwurm hängt tief in meinen Ohren und ich summe immer noch langsam mit.

Den Song aus 2012 wird von der GenZ aufgewärmt, während damals schon MARINA auf Tumblr heiß gehandelt wurde. Doch kein Wunder, dass der Song wieder ein Revival erfährt. Der Beat geht noch vorne und bestimmt das zügige Tempo. Dazu ein Text, der frech und zugleich empowern ist. So werden die meisten die Songs von MARINA in der Erinnerung haben. Nach ihrem letzten Album 2019 ist MARINA nun zurück.


Letztes Jahr begeisterte sie mit ihrem Song „Man’s World“. Darin kritisiert sie starre patriarchale Strukturen und ruft zur weiblichen Selbstermächtigung auf. Dazu setzt sie ein Statement zum allgegenwärtigen Klimawandel.

MARINA hat keine Lust mehr, in einer Welt von Männern für Männer zu leben. Mit ihrer ersten Singleauskopplung spannt sie den Rahmen für ihr aktuelles Album - Female Empowerment soll im Vordergrund stehen.

Women are violets coming to light, Don't underestimate the making of life

Zunächst bleibt es jedoch still um MARINA. Gut ein halbes Jahr später erscheint die Single „Purge the Poison". Eine feministische Hymne im 2012-MARINA and the Diamonds-Stil. Der Vorbote des Albums „Ancient Dreams in a Modern Land“ versetzte alte MARINA-Fans in Luftsprünge und die neuen Fans von TikTok dürfen sich schon bald auf die Neuauflage von ihrem "Bubblegum Bitch"-TikTok-Sound freuen.

I just want a world where I can see the feminine
, We only make up one quarter of the government. Like an angel gone to hell, cast the moon under our spelL. Ownin' female power, takin' back what's ours

Die feministische Message wird verdeutlicht, als sich die Sängerin für eine spezielle Cover-Version die russische Künstlerin Pussy Riot mit ins Boot holt. Marina ist es ernst - Frauen an die Macht.


Diesen Freitag erschien dann endlich das langersehnte Album „Ancient Dreams in a Modern Land“. Neben den bereits gewohnten und erwünschten Power-Pop-Songs wie "Purge the Poison“ oder „Venus Fly Trap“. Stimmt die Engländerin auch die leisen und fast engelsgleichen Töne an. In „Highly Emotional People“ gibt sie mentaler Gesundheit Platz und versucht emotionale Ausbrüche von Männern und Frauen zu enttabuisieren.

People say men don't cry, 
It's so much easier to just lie
, 'Til somebody takes their life
Emotions are a part of our design

Im letzten Song ihres Albums widmet MARINA sich selbst und allen Hörer:innen eine Liebeserklärung. Sie spricht zu ihrem vergangenen ich und sagt ihr in großer, aber angemessener Dramatik „Goodbye“. Sie ist bereit aufzubrechen und sich in eine neue Version zu verwandeln. Dabei bleibt sie liebevoll und verständnisvoll gegenüber ihrer Vergangenheit und wünscht der alten Marina nur das Beste.

Das gesamte Album von MARINA fühlt sich wie eine Liebeserklärung an große Pop-Hymnen und die Weiblichkeit an. Neben den mächtigen Songs voller Empowerment zeigt sich Marina auch verletzlich, bleibt dabei aber immer respektvoll gegenüber sich selbst. Sie ist damit ein Vorbild, an dem sich sowohl die alten Tumblr-MARINA-Fans als auch die neue Generation von TikTok-Fans ein Beispiel nehmen können.