• Jule Detlefsen

Erfolg durch TikTok

Da brauchte es erst mal eine globale Pandemie, um TikTok gesellschaftlich zu akzeptieren. Spätestens im zweiten Lockdown, in dem die Langeweile so stark wie noch nie ist, besitzt fast jeder einen Account. Wie in einem Sog verbringt man mehrere Stunden auf der Plattform. Nicht nur für TikTok Creator*innen ist die App ein Karrierestarter. Auch Musiker*innen können die Plattform für sich nutzen. TikTok-User*innen bestimmen den Chart-Erfolg von morgen.



"Feel Someting" von Bea Miller. Mittlerweile hat sie über 140 Millionen Streaming-Aufrufe bei Spotify.

„I dont wann die, but I dont wann live like this"

Damit spricht sie eine ganze Generation von Teenager an, die von psychischen Erkrankungen geplagt sind. Der Identifikationsfaktor von Songs war schon immer bestimmend für einen großen Erfolg. Der Remix zum Song mit Labrinth’s „Still Dont Know my Name“ ging dann als TikTok-Challenge viral.


Der Ohrwurmfaktor auf der Videoplattform ist enorm. Immer wieder werden die gleichen Passagen von angesagten Songs gespielt. Dabei entscheiden 15 Sekunden über Erfolg oder Misserfolg von den Songs von morgen. Oder Gestern. Auch Jahrzehnte alte Songs, bekommen durch TikTok wieder Aufmerksamkeit. Sowie Shower - Becky G oder Promiscuous - Nelly Furtado, Timbaland.



SpaceGirl von Frances Forever kann 24 Millionen Streamingaufrufe vorweisen. Der Feel-Good-Song hat nicht nur ein extremes Ohrwurmpotenzial, sondern auch einen eigenen TikTok Tanz. Innerhalb von von wenigen Wochen wurde er Nr. 1 der U.S. Charts und Nr. 2 der weltweiten Charts.


Teilweise wird die gesamte Produktion von Songs jetzt auf TikTok abgestimmt, damit der Chorus perfekt in die 15 Sekunden Clips passt. Auch lyrisch werden die Texte so angepasst, dass man sie für TikToK-Videos verwenden kann. Die Audioqualität wird abgeglichen mit der Qualität von Handylautsprechern, sodass das Hörerlebnis sanfter und klarer wird.


Songs werden sowieso schon immer kürzer, abzuwarten ist, wie stark sich die Plattform auf die Länge von Songs langfristig auswirkt.



Serena Isioma, 20 Millionen Streamingaufrufe. Die 20-jährige Amerikanerin wird als heiße Newcomerin für 2021 gehandelt. Irgendwo zwischen Indie-Pop, R&B und Hip-Hop bewegt sich die Sängerin mit ihrem Sound. Zurzeit arbeitet sie an ihrem Debüt-Album.


TikTok wird schnell als Kinder-App abgetan und nicht weiter beachtet. Dabei sollte die Kraft der Plattform nicht unterschätzt werden. So erreichen die viralen Hits Streaming-zahlen in Höhe von mehreren Millionen. Den Musikgeschmack der Jugendlichen sollte nicht unterschätzt werden.

Über Musik können nur alte männliche Musik-Kritiker entscheiden, sondern auch mehrere Millionen Teenager aus ihrem Kinderzimmer.