• Sarah Wagner

Some Sprouts - Wellenbrecher

Konzertreview - Some Sprouts - 15.11.21 - Festsaal Kreuzberg, Berlin


Some Sprouts – Das ist die Regensburger Band aus fünf Jungs, die sich im Studium kennengelernt und sich in den letzten Jahren einen Namen erspielt hat. Gerade sind Joshua, David, Jakob, Alex und Miguel auf Tour durch Deutschland. Auf ihrer Reise waren sie in diesem Jahr auch schon in Österreich und UK unterwegs. Als sie am 15.11. dann endlich Halt im schönen Berlin gemacht haben, war Flutwelle dabei – und wurde ganz schön umgehauen!




„Maybe we don't live the pop dream but we are living the dream pop“ schreiben Some Sprouts über sich selbst. Damit verfolgt die Band ein Genre, das Mitte der 80er Jahre in Großbritannien entstanden ist und oft als Subkategorie des Indie Pop und Alternative Rock bezeichnet wird.




Das Markenzeichen dafür sind wohl Sänger Joshuas Klänge auf dem Synthesizer und die 1a Gitarrenparts der Regensburger Band. Hier und da werden Some Sprouts auf ihrer Chill-Skala auch mit dem kanadischen Musiker Mac DeMarco verglichen – wobei das der ausgelassenen Stimmung auf ihrem Gig in Berlin nichts abgetan hat.


Vorband an diesem Abend war die luxemburgische Gruppe TUYS: laut, stark und ziemlich einzigartig haben die Jungs, die schon zusammen spielen seit sie 10 Jahre alt sind, eine wirklich gute Pre-Show auf die Bühne gebracht. Darin sind sie auch schon geübt, denn neben Some Sprouts haben sie auch Indie Größen wie The 1975 und The Kooks supportet. In ihrem Heimatland Luxemburg erreichte ihre allererste Single im Jahr 2012 direkt den vierten Platz der Charts. So wie es an diesem Abend angehört hat, haben sie auch die Berliner Some Sprouts Fans begeistert. Und sogar Joshua hat TUYS Merch auf der Bühne getragen.

Neben neuen Tracks wie Aloe Vera (Clear My Mind) aus ihrer aktuellen EP Les rêves des enfants spielten Some Sprouts auch ein paar ältere Songs aus vergangenen EPs und Klassiker wie Someone you Love. Vor lauter Dream Pop war die Stimmung dabei durchgängig voller guter Laune – Nur als Never Leave, der erste Song, den Some Sprouts je zusammen gespielt haben, angestimmt wurde, schwelgte der Festsaal Kreuzberg in Melancholie und manchen Konzertbesucher:innen, inklusive der Redakteurin, kullerten sogar ein paar Tränchen übers Gesicht.

„I wonder how our life would be If we were still young and free I wanna be stuck here in my dream Never leave, never leave, never leave”


Auch für die Band schien der Abend ein besonderes Konzert gewesen zu sein, denn der Festsaal Kreuzberg war die Venue mit den meisten Fans der Tour – und die Dankbarkeit war den Jungs förmlich ins Gesicht geschrieben. So echt war die Freude, die Some Sprouts Musik durch den gesamten Saal gesprüht hat.