• Jule Detlefsen

BENEE & Conan Gray Konzertreview

Flutwelle durfte bei der Co-Headliner-Show von BENEE und Conan Gray vorbeischauen und wir wollen mit euch die Impressionen dieses Abends jetzt teilen.


Die australische Sängerin BENEE hat vor einigen Jahren ihren ganzen Mut zusammengenommen, um ihrem musikalischen Werdegang die erforderliche Aufmerksamkeit zugeben. Heute spielt sie eine Welttournee und begeistert Fans auf fast jedem Kontinent. Damit zeigt die 22-Jährige, dass es sich lohnt, für seine Träume zu kämpfen und für seine Überzeugungen einzustehen. Eine Maxime, mit der sich auch ein anderer Künstler identifizieren kann. Und zwar kein geringerer als Conan Gray. Der Name des Musikers fiel in den letzten Monaten immer häufiger im Zusammenhang mit seiner besten Freundin. Der Newcomerin des Jahres 2021 - Olivia Rodrigo. Doch Conan Gray ist weit mehr als ein Anhängsel. Er ist ein junger Künstler, der sich immer mehr zum Pop-Sternchen.


Falls ihr euch im Moment noch fragt, wer BENEE nochmal war, dann hilft euch sicher dieser virale Clip, durch den die Musikerin 2020 weltweit bekannt wurde:


Dass das Publikum fast exklusive der Generation Z angehörte, konnte man schnell erkennen. Low-rised Jeans, Mini Bags und bunte Hair Clips waren in der Überzahl. Doch nicht nur das Publikum war eine Blaupause für Gen Z und alles, was man auf TikTok findet, sondern auch die beiden Headliner. So stand BENEE in 2000er-Minirock, gestreiften und gepunkteten Socken inklusive Overkneeboots und mit einem mit Strasssteinen bestickten Shirt auf der Bühne. Doch es war irgendwie ganz natürlich, nicht aufgesetzt, sondern einfach so, wie eben ist. Ihre lässige Bühnenpräsenz war unaufgeregt und anziehend zu gleich. So schlenderte sie über die Bühne, sang ihre Songs und es wirkte alles so erfrischend normal und persönlich für einen internationalen Star. Ziemlich cool, ein bisschen unangepasst und deshalb genau richtig, so lässt sich wohl das Image als auch der Auftritt der australischen Musikerin zusammenfassen.

Abgelöst wurde dieser wohltuende feel good Auftritt von dem Showfeuerwerk des Co-Headliners Conan Gray. Mit einer Wucht an Performance begeisterte er ab Sekunde ein das Publikum. Im schimmernden Pailletten-Oberteil sang der Musiker von andauernden Herzschmerz, den er wohl selbst erleben musste. Zumindest würde das die Authentizität seiner Stimme während dieser Songs erklären. Mit einer Bühnenperformance, die von vorne bis hinten durchgetaktet war, begeisterte das Publikum immer wieder aufs Neue mit jedem weiteren Song. Trotz der großen Produktion verlierte er in keiner Sekunde den Bezug zum Publikum. Der junge Künstler, der noch wenige Woche zuvor auf dem legendären Coachella Festival spielte, legte eine Show hin, wie ich sie nur selten gesehen habe.

Die einzigen Abzüge wird es wohl bei der Venue geben. Das die Verti Music Hall atmosphärisch nicht viel hergeben würde, konnte ich mir bereits im Vorhinein denken. Kleine Clubs sind ja immer die bessere Option. Tiefe Decken, tiefe Bühne und ein kleiner Raum mit günstiger Bar sind die wichtigsten Säulen eines guten Konzertes. Das war in der Verti Music Hall nicht zu erwarten. Eher das Gegenteil. Aber die Konzerthalle ist ja auch nicht mal halb so wichtig wie die Acts, die darin spielen. BENEE und Conan Gray gelang es, diese kalte Halle in einen warmen Safe Space zu verwandeln, in dem jede:r sein konnte, wer er/sie wollte und genau das macht die Musik der beiden Künstler:innen aus.